Lifestyle

Geschenke für Cocktail-Fans: Was sich lohnt – und was im Schrank verstaubt

4 min Lesezeit
Geschenke für Cocktail-Fans: Was sich lohnt – und was im Schrank verstaubt

Wer einmal erwähnt hat, dass er gern Cocktails mixt, bekommt ab diesem Moment Cocktail-Geschenke. Meistens dieselben: ein glänzendes Barset mit acht Teilen, eine Flasche Likör mit einem witzigen Etikett, eine Eiswürfelform in einer ungewöhnlichen Form.

Und meistens dasselbe Schicksal: einmal ausprobiert, dann in die hinterste Schrankecke.

Das liegt nicht an mangelnder Dankbarkeit, sondern daran, dass der Unterschied zwischen brauchbarem und unbrauchbarem Barzubehör von außen kaum zu erkennen ist. Hier deshalb eine Sortierung nach dem, was tatsächlich im Einsatz bleibt – bewusst ohne Markennamen, weil es um Kategorien geht und nicht um Produkte.

Was fast immer verstaubt

  • Das große Barset. Der Klassiker unter den Fehlgriffen. Die typischen Sets enthalten einen dreiteiligen Shaker mit schwer zu öffnendem Deckel, einen Messbecher mit unklaren Markierungen, einen Stößel aus lackiertem Holz und drei Teile, die niemand braucht. Ein gutes Werkzeug einzeln ist mehr wert als acht mittelmäßige im Koffer.
  • Eiswürfelformen mit Motiv. Kugeln und große Würfel sind sinnvoll. Totenköpfe, Sterne und Tiere schmelzen ungleichmäßig und sehen nach zwei Minuten aus wie missglückte Würfel.
  • Liköre mit Gimmick-Etikett. Wer selbst mixt, hat meistens eine Vorstellung davon, was er braucht. Ein Likör, den niemand einplant, wird nicht eingebaut.
  • Fertige Cocktail-Kits mit Sirupmischung. Sie nehmen genau den Teil ab, der Spaß macht, und liefern dabei Zutaten in der Qualität, die man eigentlich vermeiden will.

Werkzeug, das wirklich benutzt wird

Wenn es Ausrüstung sein soll, dann diese – in ungefähr dieser Reihenfolge der Nützlichkeit:

  • Ein guter Messbecher. Zwei Kammern, klare Innenmarkierungen, standfest. Die meistbenutzte Sache hinter jedem Tresen und das häufigste Qualitätsproblem in Heimbars.
  • Ein Boston-Shaker. Zwei Metallbecher, die ineinandergesteckt werden. Robuster, schneller und leichter zu öffnen als die dreiteilige Variante mit Deckel und eingebautem Sieb.
  • Ein Barsieb mit Spiralfeder plus ein feines Teesieb zum doppelten Abseihen.
  • Ein Rührglas mit Barlöffel. Für alle Drinks, die nicht geschüttelt werden – und das sind mehr, als viele denken.
  • Eine ordentliche Zitruspresse. Wer täglich frisch presst, merkt den Unterschied zwischen einer guten und einer wackeligen sofort.
  • Eine Form für klares Eis. Das gerichtete Gefrieren ist die eine Technik, die den größten sichtbaren Unterschied macht – die Grundlagen stehen im Eis-Guide.
  • Gläser in einer Form, dafür sechs Stück. Ein Satz einheitlicher Gläser ist im Alltag brauchbarer als vier verschiedene Einzelstücke.

Zutaten sind die besseren Geschenke

Der am meisten unterschätzte Bereich. Verbrauchsmaterial wird tatsächlich verbraucht – und wer es mag, kauft es selbst nach.

  • Ein Bitters-Set. Kleine Flaschen, große Wirkung, und für Einsteiger der schnellste Weg zu besseren Drinks. Warum, steht im Bitters-Guide.
  • Eine einzelne, interessante Flasche statt einer großen, durchschnittlichen. Ein guter Wermut, ein Amaro, ein Likörwein, ein Sherry – Kategorien, die viele Heimbars nicht abdecken und die sofort neue Drinks ermöglichen.
  • Selbstgemachtes. Ein Sirup aus der eigenen Küche, sauber abgefüllt und beschriftet, ist ein besseres Geschenk als die meisten gekauften Produkte. Und es kostet fast nichts.

Für alle, die schon alles haben

  • Ein Buch, das Strukturen erklärt, statt eines mit tausend Rezepten. Welche Werke sich lohnen, haben wir im Literatur-Guide sortiert.
  • Ein Kurs oder eine Verkostung. Der einzige Geschenktyp, der weder Platz braucht noch verstaubt.
  • Eine Kühlbox oder ein isolierter Eisbehälter. Unglamourös, aber jeder, der schon einmal für zwölf Leute Drinks gemacht hat, weiß warum – siehe Mengenplanung.
  • Ein Notizbuch. Klingt nach Verlegenheitsgeschenk, ist aber genau das, was beim Entwickeln eigener Drinks fehlt.

Die Preisfrage

Grobe Orientierung, ohne konkrete Beträge zu versprechen – Preise schwanken stark:

  • Kleines Budget: ein guter Messbecher, ein Barlöffel, ein Bitters-Fläschchen, ein selbstgemachter Sirup.
  • Mittleres Budget: Boston-Shaker mit Sieb, eine Eisform, ein Buch, eine interessante Flasche aus einer neuen Kategorie.
  • Größeres Budget: ein Glassatz, eine Verkostung, eine gute Flasche mit Bedeutung – idealerweise eine, zu der sich etwas erzählen lässt.

Die eine Frage, die alles einfacher macht

Bevor du irgendetwas kaufst: Schau nach, was schon da ist. Die meisten Fehlgriffe sind Doppelungen – der zweite Shaker, das dritte Sieb, der vierte Sirup in einer Sorte, die ohnehin nicht benutzt wird.

Und wenn du gar nichts über die Ausstattung weißt, ist die sicherste Wahl eine Zutat, die aufgebraucht wird. Sie kann nicht doppelt vorhanden sein, sie braucht keinen Platz, und im schlimmsten Fall ist sie in drei Wochen weg.

Genuss mit Verantwortung. Alkoholabgabe und -konsum ab 18 Jahren.

Lade passende Rezepte...

Lust auf einen Drink bekommen?

Entdecke perfekt kuratierte Rezepte, die zu diesem Thema passen.

Alle Rezepte entdecken