Pink Gin
~22% Vol. · StarkKlassiker
TheCocktailDB
bitterherbstarkkräftig

Pink Gin

0 Bewertungen

Zeit

2 Min.

Level

Einfach

Glas

Tumbler

Eis

Großer Eisblock

Geschmacksprofil & Sensorik

Fruchtig1/5
Sauer / Frisch1/5
Süßlich1/5
Bitter / Herb5/5
Kräftig / Boozy4/5
Portionen:
1 Glas
Einheit:

Zutatenliste

berechnet für 1 Glas
Gin
Pro ChoiceTanqueray No. Ten
5 cl

Zubereitungsschritte

Methode: Gerührt (Stirred)
1

Den Bitter in ein Weinglas gießen. Das Glas umrühren, um die Innenseite mit dem Bitter zu überziehen, den Überschuss ausschütten. Gießen Sie den Gin in das Glas. Füge kein Eis hinzu.

Profi-Tipp vom Barkeeper

"Spare niemals am Eis — mehr Eis bedeutet weniger Schmelzwasser und ein länger kaltes Getränk."

Pink Gin


Beim Pink Gin ist die wichtigste Information die Begriffsklärung: Der Name bezeichnet heute zwei völlig verschiedene Dinge.


  1. Den historischen CocktailGin mit Angostura Bitters.
  2. Eine moderne Spirituosenkategorie – mit roten Früchten aromatisierter, rosa gefärbter Gin, wie ihn seit einigen Jahren fast jede große Marke im Sortiment hat.


Seit dem 21. Jahrhundert bezeichnet „Pink Gin" auch diesen mit roten Früchten aromatisierten Gin-Stil.</cite> Die beiden haben außer der Farbe nichts gemeinsam. Wenn du darüber schreibst, solltest du das früh im Text auflösen – sonst reden Leser und Text aneinander vorbei. Im Folgenden geht es um den Cocktail.


Was drin ist


Der Pink Gin ist ein traditioneller Cocktail, der ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in England in Mode war und aus Plymouth Gin und einem Spritzer Angostura Bitters besteht, die den Drink rosa färben. Üblicherweise wird mit Wasser aufgefüllt, und als Garnitur dient meist Zitronenschale, deren ätherische Öle den Geschmack ergänzen.


Die überlieferte Zubereitung ist ungewöhnlich: Das Glas wird zuerst mit einigen Spritzern Angostura ausgeschwenkt, sodass die Bitters nur die Innenwand benetzen – der Überschuss wird ausgeschüttet. Dann kommt der Gin hinein. Ursprünglich wurde der Gin dabei bei Raumtemperatur eingeschenkt; Eis kam nicht zum Einsatz, weil es schlicht nicht verfügbar war.


Heute übliche Fassung:


  • 6 cl Plymouth Gin (auch in Navy Strength, dann länger rühren)
  • 4–6 Spritzer Angostura Bitters, nach Geschmack
  • optional Wasser zum Verdünnen
  • Zitronenzeste


Mit Eis rühren, in ein gekühltes Cocktailglas abseihen. Alternativ auf Eis im Tumbler.

Ein Hinweis zur Technik: Verdünnung ist bei diesem Drink kein Nebeneffekt, sondern zentral. Ohne Wasser bleibt der Gin verschlossen; er braucht die Verdünnung, damit sich die Botanicals überhaupt entfalten. Bei Navy Strength gilt das umso mehr.


Warum Plymouth Gin?


Plymouth Gin war der Gin der Royal Navy – Plymouth ist ein großer Marinehafen in Südwestengland. Stilistisch ist Plymouth Gin weicher und weniger wacholderdominiert als ein London Dry, mit einer leichten Süße, die den bitteren Angostura auffängt. Mit einem harten London Dry funktioniert der Drink auch, wird aber schärfer und kantiger.


Herkunft


Der Konsens der Quellen: Der Pink Gin wird weithin den Angehörigen der Royal Navy zugeschrieben. Plymouth Gin wurde den Angostura Bitters zugesetzt, um deren Einnahme erträglicher zu machen – die Bitters wurden ab 1824 von Dr. Johann Gottlieb Benjamin Siegert gegen Seekrankheit eingesetzt. Die Navy brachte die Idee anschließend in englische Bars, wo diese Servierart erstmals auf dem Festland dokumentiert wurde; in den 1870er-Jahren servierten viele der besseren Häuser in England Pink Gin. Der Drink ist also kein Genussprodukt, sondern eine Arzneiverbesserung – die Bitters waren die Medizin, der Gin das Vehikel.


Eine Vorsichtsnote zur Detailerzählung: Diffords Guide schildert die Entstehung sehr konkret – ein Schiffsarzt namens Henry Workshop auf der H.M.S. Hercules, der 1826 in Georgetown zwei Flaschen Bitters erwarb und sie mit Kapitän Jack Bristow in die Ginration mischte. Diese Version findet sich in dieser Ausführlichkeit nur bei Difford; andere Quellen kennen keinen namentlichen Erfinder. Ich würde sie im Text als Anekdote kennzeichnen, nicht als belegte Geschichte.

Gesichert ist dagegen der Ursprung des Bitters selbst: Siegert, ein deutscher Arzt, hatte sich in Venezuela niedergelassen und war Chefarzt eines Militärkrankenhauses in der Stadt Angostura. Er entwickelte die Bitters gegen Magenbeschwerden und Verdauungsprobleme seiner Mitsiedler – nicht für Cocktails.


Ein Detail für den Text


Eine überlieferte Unterscheidung an Bord, die den Drink gut illustriert: Offiziere tranken ihren Pink Gin „in" – mit dem Angostura im Glas. Die Mannschaft bekam ihn „out" – das Glas wurde nur ausgeschwenkt, weil die Bitters knapp und rationiert waren. Diese Angabe stammt aus einer Cocktail-Datenbank, die sie selbst als „unknown authenticity" führt; als Kolorit taugt sie, als Faktum würde ich sie nicht verkaufen.


Charakter


Trocken, würzig, kompromisslos – im Grunde ein aromatisierter Gin pur. Der Angostura bringt Nelke, Zimt und eine bittere Kante, die Zitronenzeste hebt das Ganze. Es gibt keine Süße, keine Säure, keinen Saft. < cite index="93-1">Punch beschreibt ihn treffend eher als historisches Artefakt denn als heute noch verbreiteten Cocktail.</cite>

Für einen Text ist er trotzdem dankbar: Er zeigt, wie nah frühe Cocktails an der Hausapotheke gebaut waren – dieselbe Logik wie beim Gin Tonic, wo Chinin gegen Malaria im Glas landete.

Häufige Fragen

Wie schmeckt ein Pink Gin?

Der Pink Gin schmeckt herb und komplex und kräftig im Geschmack.

Wie stark ist ein Pink Gin?

Ja, der Pink Gin ist ein eher starker Cocktail mit höherem Alkoholgehalt. Genießen Sie ihn verantwortungsvoll.

Community Reviews

Reviews0

Noch keine Bewertungen. Sei der Erste!

Weitere Klassiker entdecken

Orange Oasis
~22% Vol.· Stark
Klassiker
Cocktail

Orange Oasis

Orange OasisEin Gin-Longdrink, der in Rezeptdatenbanken ohne Herkunftsangabe steht – bei dem sich aber beim Nachschlagen eine interessante Verbindung auftut.Das RezeptGinCherry BrandyOrangensaftGinger Ale zum AuffüllenZubereitung: Gin, Cherry Brandy und Orangensaft mit Eis schütteln, in ein mit Eiswürfeln gefülltes Highball-Glas abseihen, mit Ginger Ale auffüllen und umrühren.Zu den Mengen gibt es zwei konkurrierende Fassungen:GinCherry BrandyOrangensaftDatenbank-Version4,5 cl1,5 cl12 clAbsolut-Version1 Teil½ Teil½ TeilDas sind sehr unterschiedliche Drinks. Die erste ist saftbetont – ein Longdrink, bei dem der Orangensaft die Hauptrolle spielt. Die zweite ist spirituosenbetont, mit dem Saft als Modifikator. Ich würde zur ersten tendieren, weil sie zum Ginger-Ale-Aufguss und zum Highball-Format passt, aber verbindlich ist das nicht.Achtung bei „Cherry Brandy"Dieselbe Übersetzungsfalle wie beim Paradise und beim Oatmeal Cookie:„Cherry Brandy" ist kein Kirschwasser. Gemeint ist ein süßer Kirschlikör – Cherry Heering, Bols Cherry Brandy oder vergleichbare Produkte, typischerweise um die 24 % vol. Wer echten Kirschbrand nimmt, bekommt einen völlig anderen, deutlich schärferen Drink ohne die Süße, die das Rezept einkalkuliert.Die vermutliche VerwandtschaftBemerkenswert: Es gibt einen dokumentierten Klassiker mit exakt derselben Zutatenliste – den Desert Healer. Der Desert Healer besteht aus frischem Orangensaft, Gin, Cherry Brandy und Ginger Beer und erscheint im Savoy Cocktail Book; in „The Art of Mixing" von 1932 ist das Ginger Beer durch Ginger Ale ersetzt. Damit ist die Rezeptur identisch mit dem Orange Oasis.Und der Desert Healer hat eine Entstehungsgeschichte, die sich für einen Text lohnt: Das Rezept stammt aus der Mitte der 1920er-Jahre. Harry MacElhone, Inhaber von Harry's New York Bar in Paris, hatte sich zwei Gästen gegenüber beklagt, ihm gingen für ein geplantes Cocktailbuch die Rezepte aus. Die beiden Gäste – Sir Rupert Stanley Harrington Grayson und F. Scott Fitzgerald – nahmen es daraufhin auf sich, ihm auf der Stelle einen Drink zu erfinden. Nach einem langen Abend voller Experimente entstand ein Getränk, das sie „Desert Healer" tauften. MacElhone druckte das Rezept 1927 tatsächlich in „Barflies and Cocktails" ab – schrieb es dort allerdings allein Grayson zu. Das Originalrezept lautete: Saft einer Orange, ein Glas Gin, ein halbes Glas Cherry Brandy Fockink, gut geschüttelt, in einen großen Tumbler abgeseiht und mit Ginger Beer aufgefüllt. Die Markenangabe „Fockink" – ein niederländisches Likörhaus – bestätigt nebenbei den Punkt oben: Gemeint war ein Likör, kein Brand.Wichtige Einschränkung: Ich habe keine Quelle gefunden, die den Orange Oasis ausdrücklich vom Desert Healer ableitet. Die Übereinstimmung der Zutaten, die verwandte Wüsten-Bildsprache im Namen und der dokumentierte Wechsel von Ginger Beer zu Ginger Ale machen es plausibel, dass es sich um denselben Drink unter anderem Namen handelt – belegt ist es nicht. Wenn du beides in deiner Sammlung führst, würde ich es als Vermutung formulieren und beide Einträge verlinken.Praktischer Unterschied: Ginger Ale oder Ginger Beer?Kein Detail, sondern eine Geschmacksentscheidung. Ginger Ale ist mild, süß und zurückhaltend – es verlängert den Drink, ohne ihn zu prägen. Ginger Beer ist deutlich schärfer und ingwerlastiger und stellt sich gegen die Süße von Kirschlikör und Orangensaft. Für die saftbetonte Version mit 12 cl Orangensaft würde ich Ginger Beer bevorzugen, sonst wird der Drink sehr süß.CharakterFruchtig und mild, mit einer leichten Ingwerschärfe im Abgang. Der Kirschlikör gibt dem Orangensaft Tiefe und eine dunklere Fruchtnote; der Gin liefert das wacholderige Rückgrat, verschwindet in der saftbetonten Version aber weitgehend. Ein unkomplizierter Aperitif-Longdrink, der auch mit gutem Orangensaft aus dem Supermarkt funktioniert – frisch gepresst ist trotzdem besser, weil weniger süß.

2 Min.Highball
Mixen
Pegu Club
~22% Vol.· Stark
Klassiker
Cocktail

Pegu Club

Pegu ClubNach mehreren Datenbank-Zufallsfunden wieder ein voll dokumentierter Klassiker – und einer der interessantesten Gin-Drinks überhaupt.HerkunftDer Pegu Club war der Signature-Drink des gleichnamigen Clubs in Burma. Der Club lag kurz außerhalb von Rangun, war nach dem burmesischen Fluss Pegu benannt, und seine Mitglieder waren britische Regierungsbeamte, hohe Militärs und einflussreiche Geschäftsleute. Der Drink stammt also aus dem britischen Kolonialbetrieb – ein Kontext, der beim Schreiben über ihn schwer wegzulassen ist.Erstmals gedruckt erschien der Cocktail in Harry MacElhones „ABC of Mixing Cocktails" von 1923 – wobei die Datierung je nach Quelle zwischen 1922 und 1923 schwankt und teils auch „Barflies and Cocktails" genannt wird. Ich würde im Text „Anfang der 1920er-Jahre" schreiben und die Frage offenlassen.Die eigentliche Verbreitung brachte Harry Craddocks „The Savoy Cocktail Book" (1930). Craddock notierte dort, der Drink sei der Lieblingscocktail im Pegu Club in Burma und werde inzwischen weltweit bestellt – eine Bemerkung, die ihm den Ruf eines internationalen Klassikers sicherte.Die historische RezepturCraddocks Fassung von 1930:2/3 Dry Gin1/3 Curaçao1 Teelöffel Limettensaft1 Spritzer Angostura Bitters1 Spritzer Orange BittersKräftig schütteln, in ein Cocktailglas abseihen.Der entscheidende Fallstrick: welcher Limettensaft?Das ist der Punkt, an dem die meisten Texte über diesen Drink ungenau werden – und der wichtigste, den du kennen solltest:Das Originalrezept verwendete konservierten Limettensaft, nicht frischen. Spätere Cocktailbücher wie das Savoy Cocktail Book ließen den Markennamen „Rose's" bei der Angabe des Limettensafts weg. Wann Bartender begannen, frischen Limettensaft zu verwenden, ist wegen dieser Unklarheit nicht nachvollziehbar.Das erklärt, warum die historische Menge so klein wirkt: Ein Teelöffel Rose's Lime Cordial – ein gesüßter, konservierter Sirup – ist etwas völlig anderes als ein Teelöffel frisch gepresster Limettensaft. Wer das alte Rezept mit frischem Saft nachbaut, bekommt einen deutlich süßeren und flacheren Drink als beabsichtigt.Die moderne SpezifikationHeutige Barbücher arbeiten mit frischem Saft und entsprechend mehr davon:6 cl Dry Gin2,25 cl Orange Curaçao2,25 cl frischer Limettensaft1 Spritzer Angostura Bitters1 Spritzer Orange BittersMit Eis schütteln, in ein gekühltes Cocktailglas abseihen, mit einer Limetten- oder Orangenzeste garnieren.Das ist im Kern ein Gin-Sour mit Curaçao statt Zuckersirup – strukturell nah am Sidecar oder am Margarita-Prinzip. Manche Bartender geben zusätzlich einen Barlöffel Zuckersirup dazu, weil trockener Curaçao die Säure nicht vollständig ausgleicht; das ist Geschmackssache und hängt stark vom verwendeten Likör ab. Pierre Ferrand Dry Curaçao ist deutlich trockener als ein süßer Standard-Triple-Sec.CharakterTrocken, zitrisch, mit einer bitteren Kante von den beiden Bitters-Sorten. Interessant ist ein Effekt, den mehrere Quellen beschreiben: Die Kombination aus Limette, Orangenlikör und Bitters erzeugt eine Anmutung, die an Grapefruit erinnert, obwohl keine im Drink ist. Manche Bars garnieren deshalb mit Grapefruitzeste statt mit Limette.Der Gin muss kräftig sein – ein wacholderbetonter London Dry hält gegen Likör, Säure und Bitters stand; ein sehr milder, floraler Gin verschwindet.Das Nachleben2005 eröffnete in New York eine Bar namens Pegu Club, benannt nach dem kolonialen Club und seinem Signature-Drink. Audrey Saunders war der kreative Kopf dahinter; die Bar bestand von 2005 bis 2020 und gehörte zu den einflussreichsten der USA. Sie gilt als Wegbereiterin der Craft-Cocktail-Bewegung, und Saunders' eigene Kreationen wie der Old Cuban und der Gin-Gin Mule werden heute selbst als Klassiker geführt.Im Frühjahr 2020 gab Saunders bekannt, dass die Bar nicht wieder öffnen werde – kurz vor dem geplanten 15. Jubiläum, an einer Kombination aus auslaufendem Mietvertrag und dem pandemiebedingten Shutdown gescheitert.Dass ein fast vergessener Kolonialdrink einer der prägendsten Bars des 21. Jahrhunderts den Namen gab, ist der Grund, warum der Pegu Club heute wieder auf ambitionierten Karten steht.

2 Min.Highball
Mixen