Flambieren

KategorieFortgeschrittene Techniken
SchwierigkeitFortgeschritten

Sicherheitshinweis

Offene Flamme in der Nähe von hochprozentigem Alkohol. Abstand zu brennbaren Materialien und zu Gästen halten, lange Haare zurückbinden, nie über einem vollen Glas mit Overproof-Spirituose arbeiten. Brennende Drinks vor dem Trinken immer vollständig löschen.

Beim Flamed Twist werden die Öle einer Zitrusschale durch eine Flamme über den Drink gesprüht, wodurch sie kurz aufflammen und ein leicht karamellisiertes Aroma entsteht. Daneben gibt es Drinks, bei denen hochprozentiger Alkohol entzündet wird, etwa bei der Feuerzangenbowle.

So geht's

  1. 1

    Ein breites Stück Orangenschale abnehmen

  2. 2

    Die Flamme eines Streichholzes zwischen Schale und Drink halten

  3. 3

    Die Schale mit der farbigen Seite zur Flamme kurz zusammendrücken

  4. 4

    Die Öle entzünden sich für einen Moment und fallen auf den Drink

Wann du sie anwendest

Als Abschluss bei kräftigen Whisky- und Rum-Drinks.

Klassisch dafür bekannt: Flamed Twist auf Old Fashioned, Feuerzangenbowle — allgemein bekannte Klassiker, nicht zwingend Rezepte auf dieser Seite.

Typischer Fehler

Zu nah am Drink arbeiten. Die Flamme kann den Alkohol im Glas entzünden.

Barkeeper-Tipp

Streichholz statt Feuerzeug verwenden. Ein Feuerzeug erhitzt sich in der Hand und der Gasgeruch überträgt sich.

Was du dafür brauchst

Vertiefung

Zwei völlig unterschiedliche Techniken unter einem Namen

„Flambieren" bezeichnet in der Bar tatsächlich zwei verschiedene Verfahren, die oft verwechselt werden: den Flamed Twist, bei dem nur die ätherischen Öle einer Zitrusschale kurz aufflammen, und das tatsächliche Entzünden von hochprozentigem Alkohol, wie es bei der Feuerzangenbowle praktiziert wird. Diese Unterscheidung ist sicherheitsrelevant, da beide Verfahren völlig unterschiedliche Risikostufen mit sich bringen.

Warum beim Flamed Twist kein Feuer im Drink entsteht

Beim klassischen Flamed Twist brennt nicht der Drink selbst, sondern lediglich die feinen, durch die Flamme versprühten Zitrusöle für einen Sekundenbruchteil, bevor sie auf die Getränkeoberfläche fallen. Dieser kontrollierte Effekt karamellisiert die Öle leicht und verändert ihr Aroma, ohne dass eine tatsächliche Stichflamme oder anhaltendes Feuer im Glas entsteht.

Warum Streichhölzer dem Feuerzeug vorgezogen werden

Ein Feuerzeug erhitzt sich in der Hand und kann einen leichten Gasgeruch an die Flamme abgeben, der sich unerwünscht auf die empfindlichen Zitrusöle überträgt. Ein einfaches Streichholz liefert eine neutralere, geruchsfreiere Flamme und wird deshalb von den meisten erfahrenen Barkeepern für diese Technik bevorzugt, obwohl der Unterschied auf den ersten Blick minimal erscheint.

Die Feuerzangenbowle als deutsche Sonderform

Bei der Feuerzangenbowle wird ein mit hochprozentigem Rum getränkter Zuckerhut über heißem Punsch tatsächlich entzündet und brennt kontrolliert ab, wodurch geschmolzener, karamellisierter Zucker in das Getränk tropft. Diese deutsche Wintertradition erfordert deutlich mehr Sicherheitsvorkehrungen als der einfache Flamed Twist, da hier tatsächlich eine offene Flamme über einen längeren Zeitraum brennt.

Warum die Sicherheitshinweise hier besonders ernst zu nehmen sind

Anders als bei den meisten anderen Bar-Techniken besteht beim Flambieren ein reales Verletzungs- und Brandrisiko, weshalb Abstand zu Gästen, brennbaren Materialien und zurückgebundene Haare keine übertriebene Vorsicht, sondern notwendige Grundregeln sind. Wer unsicher ist, sollte die Technik zunächst ohne Publikum üben, bevor sie vor Gästen demonstriert wird.

Ein bewusst theatralisches Element der Bar-Show

Flambieren gehört zu den wenigen Bar-Techniken, deren Hauptzweck explizit die visuelle Inszenierung ist, weit über den geschmacklichen Effekt hinaus. Diese Show-Komponente macht die Technik besonders bei besonderen Anlässen und in Bars beliebt, die bewusst auf ein spektakuläres Gästeerlebnis setzen, statt nur auf reine Aromatik zu achten.

Rezepte mit dieser Technik

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Garnituren, die diese Technik nutzen